Christian Roppelt

Framing: Der Kampf um die Deutungshoheit. Ein rhetorischer Blick auf die Enthüllungen Edward Snowdens

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Schaut man auf die zurückliegenden Diskussionen um die NSA-Enthüllungen Edward Snowdens fällt auf, dass sprachliche Bilder eine wichtige Rolle im Kampf um die Deutungshoheit der Meinungen spielen. Gerade mit Blick auf die ambivalenten Deutungen seiner Rolle als „Verräter“ oder „Held“  lohnt sich ein kurzer Blick auf die Idee des framing, das eine Einbettung oder Etikettierung kommunikativer Botschaften oder Sachverhalte in subjektive Deutungsrahmen beschreibt.

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Rückblick: Joachim Gaucks Gelegenheitsrede

Joachim Gauck hat am vergangenen Freitag eine gute Rede gehalten. Aber dennoch wird seine Rede einige enttäuscht haben. Doch diese Enttäuschung war notwendig, und sie liegt nicht in einem Mangel an rhetorischer Kompetenz, sondern ist gerade Folge seiner Kompetenz.

Enttäuscht sein musste jeder, der von Gauck ein entschiedenes Plädoyer zu den wichtigen Themen unserer Zeit erwartet hatte (zur Frage, ob und wie die Macht des Kapital national und international begrenzt werden kann; zur Frage, ob und wie wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen lokal und global erhalten können, zur Frage, wie unser Bildungssystems zu gerecht gestaltet werden kann usw.). Ein solches Plädoyer wollte und durfte Gauck hier nicht halten – und es muss vorerst offen bleiben, ob er es gekonnt hätte. Für diese Zurückhaltung gibt es drei Gründe.

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