Rückblick: Joachim Gaucks Gelegenheitsrede

Joachim Gauck hat am vergangenen Freitag eine gute Rede gehalten. Aber dennoch wird seine Rede einige enttäuscht haben. Doch diese Enttäuschung war notwendig, und sie liegt nicht in einem Mangel an rhetorischer Kompetenz, sondern ist gerade Folge seiner Kompetenz.

Enttäuscht sein musste jeder, der von Gauck ein entschiedenes Plädoyer zu den wichtigen Themen unserer Zeit erwartet hatte (zur Frage, ob und wie die Macht des Kapital national und international begrenzt werden kann; zur Frage, ob und wie wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen lokal und global erhalten können, zur Frage, wie unser Bildungssystems zu gerecht gestaltet werden kann usw.). Ein solches Plädoyer wollte und durfte Gauck hier nicht halten – und es muss vorerst offen bleiben, ob er es gekonnt hätte. Für diese Zurückhaltung gibt es drei Gründe.

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